Stevia

Stevia ist ein aus der Pflanze Stevia rebaudiana, oder auch Süßkraut oder Honigkraut genannt, gewonnener Zuckerersatz oder auch Zuckeraustauschstoff. Steviaprodukte können eine bis zu 450-fache Süßkraft von Haushaltszucker erreichen. Stevia hat, wie viele andere Zuckeraustauschstoffe einen Nachgeschmack. In diesen Fall einen leicht bitteren Nachgeschmack. Jeder sollte für sich selbst probieren, ob Stevia seinen Geschmack trifft. Wie beim Süßstoff auch, schmecken manche Personen einen Unterschied zu Zucker, andere wiederrum nicht.

Ist Stevia gesundheitsschädlich?

Natürlich ist die Zucker- und die Süßstoffindustrie von Stevia nicht begeistert, da es gegenüber diesen Produkten einige Vorzüge gibt und dieser Zuckerersatz eine ernstzunehmende Konkurrenz im hart umkämpften „Markt der Süße“ darstellt. Wie üblich hat es wieder zahllose Studien gegeben, die angeblich beweisen, dass Stevia krank macht, Krebs erzeugt, toxisch ist und vieles mehr. Seit Anfang 2012 ist Stevia nun aber auch in Deutschland als Lebensmittelzusatz zugelassen. Zwar nicht im vollen Umfang, aber der Anfang ist gemacht. Bis dahin konnte man diesen Zuckeraustauschstoff nur als Pflanze beziehen und musste die Blätter selbst verarbeiten. Sicher wird es noch einige Diskussionen geben, ob Stevia nun gesundheitsschädlich ist oder nicht. Aber wie bei vielen anderen Produkten macht die Menge erst das Gift. Auch ist es schwer Ergebnisse aus dem Reagenzglas oder an Tieren auf den Menschen anzuwenden. Dazu ist noch abzuwägen, was letztendlich wirklich gesundheitsschädlicher ist: Zucker, Süßstoffe wie z.B. Aspartam, Aecesulfam K oder Stevia. In anderen Ländern jedenfalls wird Stevia schon seit tausenden Jahren als Lebensmittel eingesetzt.

Stevia und der Insulinspiegel

Gerade wenn es um das Abnehmen geht, ist es interessant den Insulinspiegel auf einem möglichst konstanten Level zu halten. Durch Einsatz von Süßstoffen kann dieses auch teilweise erreicht werden. Wobei unterschiedliche Personen mit unterschiedlicher Insulinausschüttung auf die Aufnahme von Süßstoffen reagieren. Dieses kann an einem Gewohnheitseffekt liegen. Die Rezeptoren im Mund schmecken süß und es wird ohne genauer zu analysieren, was da demnächst in den Verdauungstrakt kommt, schon mal „vorsichtshalber“ Insulin ausgeschüttet.

Die große Frage ist nun, kann diese Insulinausschüttung auch bei Stevia stattfinden?
Es gibt viele Aussagen, die sagen „ja“ Stevia schüttet Insulin aus, wie es auch Aussagen gibt, die behaupten „nein“ dieser Zuckerersatz schüttet kein Insulin aus.

Anhand eines kleinen Experiments können Sie für sich selbst herausfinden, ob Sie auf die Aufnahme von Süßstoffen, Zuckeraustausch- oder Zuckerersatzstoffen, also auch Stevia, mit einer Insulinausschüttung reagieren:

  • Verzichten Sie einige Tage auf alle Zucker- und Süßungsmittel beim Frühstück und verzehren Sie ein reines Eiweiß- Frühstück z.B. Rühr- oder Spiegelei. Natürlich dürfen Sie für diesen Test auch keine Süße für Kaffee oder Tee verwenden.

  • Essen und trinken Sie solange nichts bis das Hungergefühl kommt und notieren Sie sich die Zeit, die seit dem Frühstück vergangen ist.

  • Wenn Sie regelmäßig die gleiche Zeit nach Ihrem Frühstück bis zum Hungergefühl ermittelt haben, beginnt das Experiment.

  • Verzehren Sie morgens nüchtern eine kleine Menge des Produktes, das Sie testen wollen z.B. Stevia, Aspartam oder ähnliches und verzehren Sie anschließend das Eiweiß-Frühstück.

  • Warten Sie mit der nächsten Mahlzeit wieder solange, bis das Hungergefühl kommt.

Auswertung:

  • Dauert es nach der Einnahme des Süßstoffes, des Zuckeraustausch- oder Ersatzstoffes ähnlich lange bis Ihr Hungergefühl kommt, hat Ihr Körper nicht mit einer erhöhten Insulinausschüttung reagiert.

  • Kommt der Hunger viel früher als üblich, hat Ihr Körper mit einer Insulinausschüttung reagiert und die Insulin-Hungerspirale in Gang gesetzt.

In diesem Fall ist der einzige Vorteil, den der getestete Zuckerersatz bietet, das Einsparen von Kalorien.

In meinem Seminar haben mir viele Teilnehmer/innen bestätigt, dass wenn sie vor dem Frühstück ein Glas Cola Light trinken das Hungergefühl schneller eintritt, als wenn sie auf dieses Light-Getränk verzichten. Deswegen rate ich jedem selbst diesen Test durchzuführen und sich nicht auf die sich widersprechenden Aussagen unterschiedlicher Wissenschaftler zu verlassen.

Stevia und Geld verdienen

Stevia1Stevia ist noch ziemlich neu auf dem deutschen Markt. Zu Beginn der Zulassung wurden viele Aussagen getroffen, dass dieses Produkt Diabetikern zu einem leichteren Leben verhelfen kann. Das es der Menschheit allgemeine Schlankheit bringen kann, ja fast ein Wundermittel ist.
So tummeln sich natürlich viele Hersteller, die Ihre Stevia-Produkte an den Markt bringen wollen.
Ich habe jetzt ein Produkt gefunden, das ihnen zeigen soll, dass Sie beim Kauf von Stevia genau hingucken müssen.
Auf diesem Produkt sticht uns auf der Vorderseite das Wort Stevia entgegen. Schauen wir ganz genau hin, erkennen wir noch den Zusatz „Extract“, auch das bedeutet für sich noch nichts schlimmes.

Stevia-SuessstoffDrehen wir aber die Verpackung um und schauen auf die Zutatenliste sehen wir an erster Stelle dieses Steviaprodukts: „Matodextrine“ also Zucker aus Mais. Als kleine Zutat befindet sich natürlich auch noch ein bißchen Stevia im Produkt. Aber warum soll ich mir ein Produkt kaufen, das mehr Kalorien enthält als Zucker? In diesem Steviaprodukt sind tatsächlich 405 kcal auf 100 g. In einfachem Haushaltszucker sind es dagegen nur 371 kcal auf 100g. Ok, wenn ich von diesem Produkt jetzt nur einen Bruchteil der Menge zum Süßen verwende, spare ich wohl ein paar Kalorien, aber da mache ich mich lieber auf die Suche nach einem reinen Stevia und spare all die sinnlosen Kalorien.

Fazit

Ob Stevia in der Ernährung sinnvoll ist oder nicht, möchte ich nicht entscheiden und überlasse dem Leser dieses. Mit dem gezeigten Experiment kann es jeder für sich ausprobieren. Sicher kann man Stevia gut zum Süßen von Tee, Kaffee, Quark, Joghurt, Soßen und ähnlichem einsetzen. Zum Kuchen backen, taugt es aber aufgrund seiner geringen Dichte nicht, oder das Rezept muss dahingehend in den Mengen abgeändert werden.

Einen Versuch ist dieser neue süße Geschmack auf jeden Fall wert, aber dann bitte nur Stevia in Reinform aus dem Reformhaus und nicht die gestreckte Variante aus dem Supermarkt.

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